Grüße aus Shanghai von unserer Lektorin Kordula Möring
von Kordula Möring

Unsere Lektorin für unser MITEINANDERSEIN-Magazin Kordula Möring ist zur Zeit im fernen Shanghai. Wie es ihr geht und wie die aktuellen Lebensumstände in einer großen chinesischen Stadt sind, liest Du in diesem Beitrag.
Ein herzliches Ni Hau aus Shanghai, kurz vor Chinese New Year. Die riesige, jährliche „Migrationswelle“ steht bevor, denn „alle“ wollen (oder müssen) nach Hause zur ihrer Familie.
Ich hatte das große Glück, über meine Klangheilungsangebote sofort Anschluss hier in Shanghai und wahrscheinlich auch gute Freunde gefunden zu haben (bin seit Dezember letzten Jahres hier): Eine wunderbare, herzliche Klangheilerin, mit der ich nun zusammen Workshops auf die Beine stelle, um eine wunderbare, herzliche junge Frau zu unterstützen, die hier in Shanghai mit zwei Freunden versucht, mit Hilfe von Permakultur wieder Biodiversität in die Stadt zu holen; inkl. Familien wieder beizubringen, auf einem kleinen Stück Land selbst Gemüse anzubauen.
Die erste ist nicht verheiratet, die zweite zwar verlobt, aber mit einem Engländer, und zudem versteht ihre Familie überhaupt nicht, welchen Wert ihre Arbeit hat. Und so sehr sie sich die beiden freuen, einmal im Jahr nach Hause zu kommen, so sehr graust es ihnen vor den endlosen Gespräche und Vorwürfen. Genau wie dem schwulen Manager des Fahrradladens um die Ecke, der jetzt schon weiß, dass seine Mutter ihm wieder lauter Frauen vorstellen wird, von denen er doch bitte eine heiraten möge.

Und so ist in diesem Land, das so von Technologie bestimmt ist, alte Tradition immer noch tief verankert. Es gibt so gut wie kein Bargeld mehr, für quasi alles gibt es eine App; die meisten lassen sich alles nach Hause liefern, inklusive einzelne Becher Kaffee. Das Müllaufkommen ist unvorstellbar; manchmal erhält man einzeln verpackte Erdbeeren.
Klar ausgedrückt: Es gibt in China genau eine wirkliche Kommunikationsplattform – WeChat. Über die läuft alles; Kommunikation, Bezahlung, Mini-Apps etc.
Und die wird natürlich überwacht; genau wie es hier überall, wirklich überall, Kameras gibt. Und man ahnt nicht, wie verzweifelt man wieder in die Überwachung will, wenn man mal aus WeChat rausgeflogen ist – so wie ich. Warum das passiert, ist selten klar. Bei mir war es möglicherweise die Kombination aus sehr vielen Kontakten gleich zu Beginn meines Aufenthaltes (man scannt gegenseitig seinen Barcode und baut sich so Adressdatei auf) und meinem Versuch, einem Künstler, der Schwierigkeiten mit seinem Pass hat (was ich aber erst später erfuhr) etwas abzukaufen.
Und schwupp bist du draußen – keine Teilnahme mehr an großen Teilen des Lebens; Metro fahren kannst du noch (kostet übrigens nur wenige Cents; in einem riesigen U-Bahnnetz) und vielleicht noch einige Freunde kontaktieren; Essen bestellen geht meist auch noch. Dann wird’s aber schon eng. Und es ist ein langwieriger Prozess, um wieder reinzukommen; der oft etliche Anläufe und vor allem chinesische Bekannte braucht – die oft bereits ihre erlaubten „Freunderückführungen“ aufgebraucht haben für die nächsten 6 Monate… Aber es hat schlussendlich nach einer Woche geklappt ;-)

Andererseits: In London und anderen westlichen Städten hängen auch überall Kameras und seien wir mal ehrlich - spätestens seit flächendeckendem Einsatz von KI ist auch bei uns im Westen die Überwachung „perfekt“.
Also tägliche Abgrenzungsübungen, Energietrennungen, Reinigungen und ein gewisses Maß an „egal“-Vibes braucht’s hier schon. Ansonsten ist diese Stadt unglaublich interessant und die meisten Leute, die ich treffe, sind sehr offen und freundlich.
Shanghai ist nicht China
Dazu muss gesagt werden: Shanghai ist nicht China. Es ist die „westlichste“ Stadt in China und das merkt man einfach. 7.500 Coffee-Shops, viel westlich orientiertes Essen und anderes Essentielles (wie z.B. Frosch-Waschmittel – zu horrenden Preisen, versteht sich).

Der alte Glanz Shanghais blitzt immer mal wieder auf; auch wenn viele der alten Gebäude dem Verfall preisgegeben sind. Die erhaltenen sind beeindruckend und man wünscht sich, ein Mal das alte Shanghai zu erleben. Auf der Straße sind fast nur E-Autos unterwegs und unglaubliche Mengen an E-Scootern. Eine riesige Anzahl dieser Fahrer sind „Lieferanten“ – irgendwer muss ja die ganzen Bestellungen zu den Leuten bringen. Sie stehen unter enormem Zeitdruck und fahren viel auf dem Bürgersteig – 360-Grad-Vision ist hier unerlässlich ;-)
So hat man hier selten Smog (ganz im Gegensatz zu Peking); dafür riecht es nach Katze… – Shanghai ist eine Katzenstadt - und zwar die der „orange cats“. Man sieht überall Straßenkatzen und auffällig viele orangene. Und überall sind in Hecken und Büschen Futternäpfe und kleine Häuschen aufgestellt. Denn - in Shanghai wird es kalt im Winter. Die vorherrschende Aussage bei Nachfrage bevor wir herkamen war: „hach, vielleicht mal kurz so 5 Grad, oder so“… Wir hatten jetzt wochenlang immer wieder Minusgrade (nachts) und tags nicht viel mehr, vor zwei Wochen hat es geschneit (blieb leider nicht liegen).

Heute waren es 16 Grad, dafür haben wir am Wochenende nur drei. Für mich aber in gewisser Weise besser auszuhalten, als für die Shanghaier, die zum Teil keine Heizung haben und 40 Grad bei 99% Luftfeuchtigkeit gewohnt sind. Diese Temperaturen hielten sich letztes Jahr bis Mitte Oktober… Merke: Nicht im Sommer nach Shanghai, es sei denn, man kommt gut mit solchen Temperaturen zurecht – so Leute gibt’s :-)
Wir bleiben für den Übergang in das Jahr des Feuerpferdes in Shanghai. Denn entgegen unserem eigenen Credo (sei nicht in China, wenn offizielle Ferien sind), findet unsere eigene Familienzusammenführung (Kind kommt aus England her) hier statt. Mann hat frei, Kind möchte Shanghai und vor allem auch unsere Katzen wieder sehen. Dann wollen wir mal hoffen, dass unsere Familienzeit harmonisch wird (Heirat ist uns egal ;-) und dass wir trotz der zu erwartenden Menschenmassen eine entspannte Zeit haben werden.
In diesem Sinne – allen ein gutes Neues Jahr des Feuerpferdes!
Anbieter
Klang-Heilpraxis Kordula Möring · Heilpraktikerin und Klangtherapeutin · Systemische Aufstellungsarbeit · Psychokinesiologie · Ursachenfindung und -lösung mit Hilfe der Einhandrute, zertif. Immuntrainerin, u. v. m. · per Zoom / FaceTime oder telefonisch hpkm@hpkm.de