Effektive Mikroorganismen (Teil 4) – die EM-Urlösung

von Heidemarie Wagner ⋅ 30.03.2021 ⋅ Aktuelles, Effektive Mikroorganismen, EM

Heidemarie Wagner nimmt uns mit auf eine spannende Reise zu den kleinsten Lebewesen auf unserer Erde – den Mikroorganismen.

Übersicht alle Teile der Reihe "Effektive Mikroorganismen"

Was ist also drin in der EM-Urlösung?

Als erstes sind die Milchsäurebakterien Lactobacillus plantarum zu nennen. Sie kommen faktisch überall vor: im Boden, in Pflanzen, in den Verdauungstrakten von Tieren und Mensch. Man hat inzwischen 54 verschiedene Stämme ermitteln können. Dabei sind sie äußerst flexibel, was ihre Lebensorte betrifft. So kann z. B. der pH-Wert zwischen 3,4 bis 8,8 liegen und sie vermehren sich bei Temperaturen zwischen ca. 12 und 40 Grad Celsius. Sie vermehren sich anaerob, also ohne Verwendung von Sauerstoff, tolerieren aber die Anwesenheit von Sauerstoff.

Das Bakterium ist bei allen Milchsäure erzeugenden Prozessen beteiligt und sind bei der Nahrungsmittelherstellung zu finden: bei Sauerkrautherstellung, Fermentation von anderem Gemüse wie Gurken, Kimchi, fermentierte Würste, Stockfisch, Sauerteig, Oliven, einigen Käsesorten. Es wird auch benutzt zur Herstellung allen fermentierten Pflanzenmaterials wie Silage und Bokashi. Der Abbau lignocelluloser Biomasse wird unterstützt.

Diese für den Darm wichtigste Bakterienart produziert Substanzen, die andere nicht für die Gesundheit nützliche Bakterienarten unterdrücken und toxische Stoffe, die aus der Nahrung entstehen, z.B. Ammoniak bei zu hohem Fleischkonsum und proteinreicher Nahrungsaufnahme , ausleiten. Darüber hinaus geben diese Milchsäurebakterien nützliche Stoffwechselprodukte ab, die die Darmschleimhaut stärken und als Bausteine für den Körper dienen.

Lactobacillus casei kommt natürlich im Verdauungstrakt von Säugetieren vor. Sie vermehren sich bei Temperaturen zwischen 15 und 45 Grad Celsius, wobei das Optimum bei 30 Grad C liegt. Die pH- Werte sind ähnlich denen von L. plantarum. Es gibt auch bei der Art verschiedene Stämme, die gewisse Unterschiede aufweisen in ihrer Wirkung, aber immer eine Unterstützung für andere erwünschte Darmbakterien (z. B. Lactobacillus acidophilus) , für Darmgesundheit und Immunsystem sind.

L. casei entsteht natürlich bei der Käseherstellung, bei Miso-, Sojasoßenproduktion. Sie bauen Kohlehydrate, Saccharose und Gluconat in Milchsäure um. In zuckerhaltigen Getränken sieht man das z.B. durch entstehende Trübungen und Bodensatz und eventuell treten Qualitätsverluste auf. Diese Bakterien zersetzen rasch Proteine in Aminosäuren.

Beide Bakterienarten unterstützen die Aufrechterhaltung günstiger Lebensbedingungen für weitere lebenswichtige Lactobakterien- und Bifodobakterienarten im Verdauungstrakt und unterdrücken anderseits die Vermehrung von Arten, die für das Wohlergehen ungünstig sind. Deshalb sind sie so wichtig für uns, aber auch für Tiere.

Die Hefe Saccharomyces cerevisiae (Back- oder Brauhefe) ist ein aerob arbeitender Pilz, der nicht natürlich im menschlichen Darm vorkommt, aber regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen wird. Dabei besiedelt er in kurzer Zeit den Magen-Darm-Trakt und bindet dort bestimmte meist Durchfall verursachende Bakterien und macht sie unschädlich und verhindert die Wirkungen deren Bakteriengifte. Sie wirkt anregend auf das Immunsystem. Die Backhefe enthält außerdem wichtige Mikronährstoffe, die wir mit dem Verzehr von Lebensmitteln, die die Hefe enthalten, u uns nehmen.

Der Pilz gewinnt seine Energie aerob (durch Zellatmung) und anaerob (durch Gärung) aus fast ausschließlich Zuckern von Mono- oder Disacchariden. Stärke kann er nicht verwerten. Die Hefe produziert bei aerober Lebensweise Kohlenstoffdioxid (wichtig für das „Aufgehen“ des Sauerteiges) und bei anaerober Lebensweise Ethanol (Alkohol). Ausschlaggebend ist also hier das Milieu, das die Hefe umgibt für das, was sie produziert. Die Vermehrung der Hefe dauert so lange an, wie ausreichend Nährstoffe vorhanden sind und die Alkoholkonzentration nicht zu hoch ist. Optimale Temperatur bei 32 Grad C, ab 45 Grad C stirbt Pilz ab. Der Druck, in dem der Pilz leben kann, darf 8 bar nicht übersteigen, sonst stirbt er ab.

Die Hauptnahrung des Pilzes zu seiner Vermehrung ist Melasse, mit deren Hilfe aus der EM-Urlösung das aktivierte EM entsteht.

Wichtig zu wissen: Hefe kann Schwermetalle binden und ausleiten. Das wird industriell genutzt, um z.B. Zink, Kupfer, Cadmium, Uran aus Abwässern zu binden. Sie können chemisch wieder von den Hefen getrennt werden. Was wir aus dem Darm ausscheiden, geht leider in die Kanalisation ohne weiter getrennt zu werden.

Verwendung der Hefe: Sauerteig, Bier, Wein, Cidre, Essig

Bier und Sauerteigbrot sind die wichtigsten Quellen für die Aufnahme dieser Hefeart in uns. Wichtig zu wissen ist, dass S. cerevisiae die Entwicklung von Candida albicans hemmt, der sich von Saccharose und anderen Einfachzuckern ernährt und dabei das toxische Acetaldehyd bildet, was Darmwände schädigt und für schädliche Stoffe durchlässig macht (Leaky gutt)

Fotosynthesebakterien Rhodopseudomonas palustris ist eine Purpurbakterienart, die mit Hilfe von Licht energiereiche organische Verbindungen (Kohlenhydrate) aus energieärmeren Ausgangsstoffen erzeugt. Dabei absorbiert es atmosphärisches Kohlendioxid. Die Vermehrung kann aber auch ohne Licht erfolgen. Es kann mit oder ohne Sauerstoff wachsen kann, Licht, anorganische Verbindungen oder organische Verbindungen zur Energiegewinnung verwenden, Kohlenstoff entweder durch Kohlendioxid-Fixierung oder aus grünen Pflanzen gewinnen und oder kann auch Stickstoff fixieren.

Unter Sauerstoffausschluss vermag das Bakterium eine Vielzahl aromatischer Verbindungen abzubauen wie z. B. B. Lignin, bindet Schwermetalle, wandelt z.B. Rost zurück in Eisen um, baut radioaktives Cäsium ab. Es kann also Umweltbelastungen abbauen, was bei Einsatz von EM auch deutlich zu beobachten ist.

Es gibt mehrere Stämme des Bakteriums. Sie kommen natürlich im Boden und Wasser vor. Welche Stämme der Bakterienarten und Hefen in der Urlösung verwendet werden, wurde bisher nicht mitgeteilt. Die Erzeugung der Urlösung erfolgt unterstrengsten Bedingungen und Kontrollen und erfolgt gentechnikfrei. Sie ist zugelassen für den Einsatz als Bodenhilfsstoff.

In den Nahrungsergänzungsmitteln mit Mikroorganismen wie EMIKOSan, Hulup werden ausschließlich für den Menschen unbedenklich eingestufte Mischungen aus Milchsäurebakterien und Hefen verwendet.


Kontakt: Heidemarie Wagner
Leiterin des Stammtischs für Effektive Mikroorganismen Chemnitz
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