Zukunftsvision für das Erzgebirge

von Ann König ⋅ 27.04.2020 ⋅ Zukunftsvision


Diese Vision von Ann König entstand bereits im Jahr 2011.

…aus den Tiefen meines Seins taucht eine Landschaft vor mir auf. Es ist eine Reise in mein geliebtes Erzgebirge.

Der Wald

Es ist mein Heimatland Erzgebirge. Ich komme immer näher heran. Ich sehe weite, ausgedehnte, zusammenhängende Wälder; kräftige, riesige, uralte Bäume in allen Arten mit starken Wurzeln, die alles durchdringen; blühende bunte Sträucher; tiefgrüne Farne – Urwuchs – naturbelassen und voller Leben – sicht- und unsichtbar. Ich bin mitten im Wald. Ich rieche den Wald, Duft, der herbei weht. Ich fühle das weiche Moos mit meinen Händen, umarme die Bäume und berühre die Geschichten erzählenden Felsen. Ich höre von nah und fern das Vogelzwitschern und nehme eine beseelte Lebendigkeit zwischen dem Sichtbaren wahr. Ich erfrische mich mit einem prickelnden Schluck aus dem kristallklaren Bergbach und nehme mir Zeit, hier zu sein…

Die Stadt

Dann trete ich aus dem Wald heraus und steige auf einen Hügel hinauf. Ich sehe in der Ferne, und doch noch nah genug, um Einzelheiten zu erkennen, eine mir vertraute erzgebirgische Stadt. Doch wie hat sie sich verwandelt. Sie ist viel lichter und strahlender geworden. Es gibt viel weniger Häuser in großzügigen Abständen zueinander. Sie sind sehr kunstvoll, harmonisch fließend gestaltet. Säulen, Ornamente und mit Edelsteinen und Kristallen verzierte Wände lassen jedes Gebäude wie ein einzelnes Schloss erscheinen. Rankende, blühende Pflanzen und Bäume umrahmen sie. Ebenfalls werden die Straßen und Plätze aus Natursteinen von einem unermesslichen Grün umrahmt, das sogar schmackhafte Früchte trägt. In Bächen plätschern glitzerndes Wasser dahin. Ich sehe harmonische Plätze, auf denen der freie Energiefluss spürbar ist, bepflanzt mit duftenden Blumen, alten Bäumen und lieblichen Skulpturen. Sprudelnden Wasserarrangements laden zum Verweilen ein. Wenige Menschen sind unterwegs. Ich bestaune ihre Langsamkeit, ihre Gelassenheit, ihre Fröhlichkeit. Edel, fein und anmutig gekleidet in den feinsten Stoffen wirken sie sehr weise, selig, liebe- und kraftvoll zugleich. Alles ist ruhig und friedlich. Fahrzeuge? Ab und zu sind da autoähnliche Gefährte zu sehen, die sich völlig geräuschlos bewegen und nichts als saubere Luft hinterlassen. Ich schaue noch eine Weile…

Die Siedlung

Ich drehe der ‚Stadt’ den Rücken zu und gehe auf einem kleinen, sonnigen Weg am Waldrand entlang, der zu einer offenen friedlichen Siedlung führt. Hier ist das Land in großzügige, reich bewachsene Gärten aufgeteilt, in denen hier und da ein Haus zu erkennen ist. Die Begrenzungen bilden artenreiche, Früchte tragende Bäume und Sträucher. Ich fühle Frieden und Stille, die über dieser Siedlung liegen. Ich nehme einen tiefen Atemzug der reinen frischen Luft. Als ich näher komme, erscheinen mir die Häuser in den Grundstücken eher hintergründig im Gegensatz zu der Fülle der dort wachsenden Pflanzen. Sie strotzen vor Kraft und sind beladen mit saftigen Früchten wie Äpfeln, Birnen, Beeren. Ich laufe an den Gärten entlang und kann mich kaum an der Üppigkeit satt sehen.

Da kommt mir eine Familie auf meinem Weg entgegen. Auffällig sind ihre vor Energie blitzenden Augen, ihr vollkommenes vor Gesundheit und Kraft strahlendes rosiges Äußeres und ihre lebensfrohe, Freude und Liebe spendende Aura. Ich schaue ihre Gewänder an – einfach, fließend und doch reich verziert, mit (Klöppel)Spitzen besetzt und bestickt, in reinen hellen Naturfarben. Sie tragen auch wundervollen, unaufdringlichen Schmuck aus feinsten Edelsteinen. Ich kann auch hier meinen staunenden Blick nur schwer abwenden, während ich sie an mir vorüberziehen lasse. Ich komme auf einen großzügigen, freien runden Platz an, der die Mitte der Siedlung bildet. Ich sehe schön gestaltete Marktstände. Dort tauschen Menschen traditionelle, aus natürlichen Materialien hergestellte, prachtvoll bestickte Kleidung und weitere in Handarbeit gefertigte Gebrauchsgegenstände und Kostbarkeiten. Ich fühle den Wohlstand und die Zufriedenheit der Menschen…

Im Zentrum befindet sich ein umfangreicher, überdachter Rundbau aus natürlichen Baustoffen wie Holz und Lehm mit starken Balken, die sehr kunstvoll gestaltet sind. Ringsherum sind geschnitzte und gedrechselte, wunderschöne Figuren und Verzierungen zu sehen. Jedes für sich verdient besondere Aufmerksamkeit. Alles ist umgeben von großzügig Schatten spendenden und schützenden Pflanzen in harmonischer Komposition. Ich habe die Möglichkeit, einen Blick in das Innere des Rundbaus zu werfen. Dort findet gerade ein Treffen der Siedlungsbewohner gemeinsam mit ihren Kindern statt. Friedlich sitzen sie beisammen, sehr familiär – immer abwechselnd redet einer nach dem anderen – der die volle Aufmerksamkeit und die Achtung aller bekommt. Ich höre zu, was sie bereden. Sie sind dabei, Dinge des Siedlungslebens zu besprechen und gemeinsam darüber abzustimmen. Ich meine auch zu erkennen, dass diese Halle als freie Akademie genutzt wird. Hier wird Wissen ausgetauscht, kommen Wanderlehrer her, Alte Weise, Meister, Geistige, Alchimisten, Künstler, Musiker, Tänzer, Handwerker, von denen man jederzeit lernen kann, was interessiert, um sich weiter frei nach seinen Veranlagungen zu entwickeln, Talente zu entfalten, um etwas vollkommen Neues und Göttliches hier auf Erden zu erschaffen…

Doch dieser Rundbau dient nicht nur zum Versammeln und Studieren. Er dient auch für gemeinsame Meditationen in Stille und Andachten an unser göttliches BewusstSein, um in den Antworten weitere Schritte für die Erfüllung des göttlichen Plans zu erhalten. Jeder trägt das Licht in sich, das mit jedem verbunden ist und lässt es, aus sich heraus, in Vollkommenheit erstrahlen.
An bestimmten Tagen werden hier auch die Jahreskreisfeste und Dankesfeiern fröhlich miteinander gefeiert. Es wird musiziert, gesungen, getanzt und besondere Künste werden dargeboten, um sich am „GemEINsam sein“ zu erfreuen und auch um eine Braut oder einen Bräutigam zu finden…

Mein Grundstück

Dann gehe ich weiter durch verschlungene Wege der Siedlung. Nun sehe ich ein mir tief vertrautes Tor zu einem Grundstück. Ich weiß, dass hier MEIN Grundstück beginnt. Mit unendlicher Freude und Dankbarkeit betrete ich es. Achtsam setze ich einen Fuß vor den anderen und schau’ mir alles genau an, die Bäume, Sträucher und Blumen, die nur für MICH Früchte tragen und die Kräuter, die für MICH Heilung sind. Ich schau mir meine geliebten Tiere an. Da sind grasende Pferde und eine schlafende Katze. Ich gehe weiter und erblicke den Teich mit außergewöhnlichen Steinen, Kristallen und Kunstwerken.

Da ist das Haus, mein kleiner Tempel – lebendig gestaltet, offen, freundlich – doch zurückhaltend, da ich ja eh die meiste Zeit in meinem paradiesischen Garten verbringe. Ich betrete es und sehe mir die einfachen und gemütlichen Räume an. Alles ist aus natürlichen Materialien, aus Holz, Lehm, Leinen und Glas hergestellt. In der Ecke entdecke ich eine wärmespendende Feuerstelle und es gibt einen Keller mit Vorräten für den Winter. Ich fühle die Harmonie und Leichtigkeit inmitten dieser Wände. Wieder im Freien, kommen mein geliebter Gefährte und meine Kinder auf mich zu. Ich verbringe ein paar fröhliche Momente mit ihnen, bevor ich noch ein Stück weiter ALL-EIN durch meinen Garten gehe. Ich lasse mich ins Gras fallen – liege hier entspannt in meinem Reich, fühle die Wärme, Dankbarkeit und die FREIHEIT in meinem Herzen – HIER und JETZT einfach zu SEIN…