Projekt GEO DOME – das etwas andere Gewächshaus im Erzgebirge

von Michael Zinnen am 02.06.2020 ⋅ aktualisiert am 08.06.2020 17:05 ⋅ Aktuelles, Garten


Netzwerkpartner Michael Zinnen beschreibt uns sein neuestes Projekt GEO DOME in seinem Garten:

Geodätische Kuppeln hatten schon immer eine besondere, eine faszinierende Wirkung auf mich. Nachdem ich mir vor einigen Jahren eine solche Kuppel als Klangraum gebaut habe weiß ich, dass diese Strukturen tatsächlich Wirkung haben. Schon die Kugelform empfinde ich als sehr ästhetisch. Im Inneren einer solchen Kuppel erlebe ich zudem besondere energetische Verhältnisse.

Mein augenblickliches Projekt ist der Bau eines Gewächshauses mit einem Durchmesser von 4,5 m und einer Höhe von etwa 2,8 m in der sogenannten V3-Struktur. Wer sich unter einer solchen Konstruktion nicht wirklich was vorstellen kann, der visualisiere sich bitte einen älteren Fußball. Der besteht aus 5 Ecken (die schwarzen Felder) und aus 6 Ecken (die weißen Felder). Bei der Geokuppel werden diese beiden Flächen jeweils aus 5 bzw. 6 Dreiecken zusammengesetzt.

Um es so kostengünstig wie möglich zu gestalten, habe ich die preiswertesten Materialen genommen, die ich finden konnte:

  • Dachlatten 28X56 mm, 4 m ca. 300m
  • Schrauben 4X40, TX20, ca. 1.000 Stück
  • Schrauben 4X80, TX 20, ca. 250 Stück
  • PU-Leim, Flasche für 5,00 €, 3 Flaschen
  • Riffelstäbe 6mm Buche, ca. 30 m
  • Holzgrundierung für Wetterschutz, 2 Liter
  • wasserfest verleimtes Sperrholz 6 mm, 7 Platten 1,25 X 1,25m
  • Dachlack (flüssiges Bitumen zum Streichen), 5 Liter
  • Teichfolie für den Bodenbereich, 2 X 4 m
  • Doppelklebeband für Permanentverklebung, 10 Rollen á 25 m
  • Gewächshausfolie (0,2 mm PTE UV-beständig),

Folgendes Werkzeug ist zum Einsatz gekommen:

  • Kappsäge (Billigprodukt)
  • Handkreissäge mit Schiene
  • Akkuschrauber / Bohrer
  • 4 Schraubzwingen
  • Cuttermesser
  • Tacker

Begonnen hat es mit der Berechnung der Bauteile. Ohne die Hilfe der im Netz zu findenden Geodom-Rechner wäre mir dies nur schwer möglich gewesen. Immerhin liefert der Rechner nach der Eingabe des gewünschten Durchmessers zwei wichtige Größen: Die Kantenlängen der Dreiecke und die Winkel, in denen sich die Flächen begegnen. Alles Weitere ließ sich dann mit geometrischen Grundkenntnissen ableiten. Zunächst habe ich mir die Seitenteile der Dreiecke berechnet und geschnitten. Die Kuppel besteht aus 99 Dreiecken. Dafür habe ich 287 Stück Dachlatten in 6 verschiedenen Längen und Winkeln zurechtgeschnitten. Um bei der Montage nicht zu verzweifeln, wurde jede Latte beschriftet.

Daraus wurden dann die Dreiecke an den Ecken mit Leim und Schrauben zusammengesetzt. Die Schrauben erzeugen den nötigen Pressdruck für den Leim, werden aber später wieder entfernt und durch Holzdübel aus den 6mm Riffelstäben ersetzt. Das ist zwingend erforderlich, da die Dreiecke später an allen Außenkanten mit der Handkreissäge auf Winkel geschnitten werden.

Aus den so entstandenen Dreiecken habe ich danach die 5 bzw. 6 Ecken zusammengesetzt und fest verschraubt und verleimt. So entstanden dann 6 Fünfecke, 9 Sechsecke und 5 halbe Sechsecke, also insgesamt 20 vormontierte Bauteile. Nach der Vorbereitung der Stellfläche wurde die Kuppel dann montiert, von unten nach oben. Das ist alleine nicht möglich, dauerte aber im Vergleich zu den Vorarbeiten nicht so lange. Nach 4 Stunden hatten wir das Gerüst der Kuppel stehen.

Als nächsten Schritt habe ich den unteren Rand mit dem Sperrholz von außen beplankt, innen und außen mit Dachlack gestrichen, die Dreiecke innen mit Styropor gefüllt und abschließend von innen ebenfalls mit dem Sperrholz beplankt, gestrichen sowie später die Teichfolie von innen angebracht. Styropor wird manchem vielleicht ein Dorn im Auge sein. Sicherlich kann man auch andere Materialien verwenden. Das ist halt eine Preisfrage. Wichtig ist, dass der Rand auf diese Weise gut isoliert ist, denn ich will das Gewächshaus später wintersicher machen und beheizen können.

Nun begann eine echte Fleißarbeit. Die 99 Dreiecke wurden von außen mit der Gewächshausfolie bezogen. Von unten nach oben, wie man ein Dach deckt. Stück für Stück wurde zunächst das Doppelklebeband auf den Holzrahmen geklebt und die Folie aufgezogen, was faltenfrei selbst zu zweit kaum möglich ist. Da, wo die Dreiecke aneinander stoßen, wurde dann Folie auf Folie verklebt, so dass auf diese Weise eine komplett miteinander verbundene Haut entstand, die so schnell nicht mehr abgeht. Diese Arbeit kann nur bei warmem und trockenem Wetter gemacht werden. In der Kälte (unter 12 bis 15 Grad) ist die Folie zu steif und das Klebeband haftet nicht so gut. Bei Nässe geht es gar nicht.

Alles in allem hat der Bau der Kuppel als Prototyp mit wetterbedingten Pausen gut einen Monat gedauert. Würde ich die Teile maschinell vorbereiten und mit besserem Material arbeiten, ginge das Ganze wesentlich schneller. Folie werde ich in dieser Form nie mehr verwenden. Das Konstrukt kann sowohl mit Plexiglas, echtem Glas oder Doppelstegplatten überzogen werden. Das ist eine Frage des Budgets. Verwende ich für die Füllungen Holzplatten statt Glas, wird aus dem Gewächshaus eine geschlossene Kuppel für welche Verwendung auch immer – Gartenlaube, Geräteschuppen, Klangkuppel… was immer Dir vorschwebt. Fenster einzubauen ist möglich, habe ich auch im Gewächshaus gemacht, wegen der Belüftung im Sommer. Die Türe ist einfach nur das „Loch“ des fehlenden Sechsecks im Bodenring der Kuppel. Da kann auf verschiedene Art und Weise eine Türe eingebaut werden.

Dieses Projekt hat mich rund 800,00 € gekostet und etwa 180 Arbeitsstunden. Natürlich baue ich so etwas auch im Auftrag. Je nach Größe und Material biete ich diese Kuppeln ab 3.000,00 € an. Genehmigungsfrei nach der sächsischen Bauordnung sind sogenannte „fliegende Bauten“ bis 3 m Höhe. Machbar ist eine solche Kuppel in V3 bis 6,5 m. Größere Kuppeln benötigen kleinere Dreiecke, aber aber das ist arbeitstechnisch kaum zu bewältigen, deshalb biete ich es auch nicht an. Während eine V3 aus 99 Dreiecken in 2 Sorten besteht, kommt das nächst größere Format auf weit über 250 Dreiecke in 4 verschiedenen Formen.

Ich freu mich darauf, mit Dir Pläne für Deinen ganz individuellen Dom zu entwickeln.

Presseberichte:
Freie Presse vom 4.6.2020 Futuristischer Dom sorgt in Borstendorf für Aufsehen Weiterlesen


Michael Zinnen
Instrumentenbau, -verkauf, Seminare & Baukurse: Monochorde Tamburen, Klangliege, Planetenharfen, Geo-Dom, Vertrieb von Didgeridoo ́s & Kristallklangschalen
August-Bebel-Str. 37, 09579 Borstendorf, Tel. 037294 – 87500 · www.elmi-klangkunst.de