20.000 Geschenke am Tag – Der einfachste Weg zu mehr Dankbarkeit liegt in jedem Atemzug
von Marlene und Ralf Renner
Erschienen im MITEINANDERSEIN 114 (September bis November 2026)

Du atmest, seit du auf der Welt bist. Rund 20.000 Mal am Tag, ganz ohne dein Zutun. Bei einem 50-Jährigen sind das über 350 Millionen Atemzüge, geschenkt. Und die meisten davon bemerkst du nie.
Wir reden viel über Fülle. Meist meinen wir mehr: mehr haben, mehr schaffen, mehr erleben. Dabei strömt die einfachste Fülle jeden Moment durch dich, kostenlos und ohne, dass du etwas dafür tun musst. Nach der Geburt ist die Einatmung das Erste, wonach ein Mensch sich sehnt, und das Erste, was er von sich aus tut. Der letzte Atemzug ist eine Ausatmung. Dazwischen trägt dich der Atem durch ein ganzes Leben.
Frühere Kulturen wussten das. Atemtechniken lassen sich viele tausend Jahre zurückverfolgen, auf mehreren Kontinenten, bei Menschen, die nie voneinander gehört haben. In Indien heißt der Atem Prana, die Essenz des Lebens. In China Chi, die Lebensenergie. Bei den Griechen Pneuma, der Geist. Drei Worte aus drei Kulturen, die sich nie begegnet sind, und alle meinen mit Atem und Leben dasselbe. Für sie war der Atem nicht Luft. Er war das Leben. Im Yoga ist er bis heute der Träger der Lebenskraft, die Brücke zwischen außen und innen.
Am schönsten zeigt sich das im Gebet. Sprich ein Ave Maria im Rosenkranz, ein buddhistisches Mantra, einen Yoga-Gesang: Jedes Mal verlangsamt sich der Atem auf etwa fünf bis sechs Atemzüge pro Minute. Diese Kulturen wussten nichts voneinander und hatten keine Messgeräte. Trotzdem sind sie alle bei derselben Frequenz gelandet. Heute wissen wir, dass sich das Nervensystem genau dort am besten beruhigt. Menschen haben ihre Dankbarkeit also immer geatmet, lange bevor jemand erklären konnte, warum das gut tut. Wer dankt, atmet langsamer. Wer langsamer atmet, kommt zur Ruhe.
Und der Atem zeigt die Dankbarkeit doppelt. Beim Ausatmen lässt du los, gibst zurück, machst Platz. Beim Einatmen empfängst du, ganz von selbst, ohne Anstrengung. Wer nicht loslässt, kann nichts aufnehmen. Das gilt für die Lunge wie für das Leben.
Probier es einmal aus, jetzt beim Lesen. Drei bewusste Atemzüge. Beim Ausatmen alles gehen lassen: den Tag, die Gedanken, die Anspannung. In der kleinen Stille danach kurz verweilen. Dann kommt das Einatmen von allein. Du musst es nicht machen. Du bekommst es. Fülle heißt selten, mehr zu bekommen. Meistens heißt sie, zu merken, wie viel schon da ist. Der Atem ist der einfachste Ort, um damit anzufangen. Er kostet nichts, du hast ihn immer dabei, und er wartet nicht auf den richtigen Moment.
Willst du es erleben, statt nur darüber zu lesen? Im Lebenskraftwerk in Schwarzenberg und in Chemnitz zeigen wir es dir. In den Atemworkshops lernst du einfache Techniken für den Alltag. In den Breathwork-Sessions geht es ums Erleben – um einen Atem, der tiefer trägt als jedes Gespräch. Beides beginnt mit dem, was du gerade tust. Atmen.
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Praxis für Physiotherapie Marlene Weitzel & Lebenskraftwerk GbR · Marlene und Ralf Renner · Physiotherapie, Analysen, Bewegung, Zelltherapie, IHHT, Emotionscode, Reiki, Seminare & Vorträge · Grünhainer Str. 2, 08340 Schwarzenberg · Tel. 03774-24649 · www.lebenskraftwerk.net