Erschienen im MITEINANDERSEIN 113 (Juni bis August 2026)

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01.06.2026 ⋅ Astrologie

Das Wort „Karma” stammt aus dem Sanskrit und steht heute in der westlichen Welt für „ausgleichende Gerechtigkeit”. Nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung entstehen Kausalitäten, die sich durch die verkörperte Seelenreise des Menschen durch viele Inkarnationen ergeben. Es gibt eine Menge Ansichten über diese Zusammenhänge; die problematischsten sind, dass Karma wie eine Strafe für Verfehlungen in vergangenen Leben ist und dass man Karma „abarbeiten“ muss, um sein Seelenkonto zu bereinigen. Neben anderen Gerüchten, die sich nicht nur in spirituellen Kreisen hartnäckig festgesetzt haben, lassen wir alle Annahmen – dass man z. B. als Tier wiedergeboren wird, wenn man bestimmte Taten begangen hat – einmal außen vor. Solche Ansichten nähren das Feld der Bewertung und Verurteilung, welches ganz sicher ein auslaufendes Konzept des sterbenden Paradigmas der alten Zeit ist. 
 
Damit ist das Gesetz von Ursache und Wirkung nicht außer Kraft gesetzt; immer haben wir die Verantwortung für unsere Handlungen und säen heute, was wir morgen ernten. Das universelle Gesetz des freien Willens lässt uns jederzeit Wahlmöglichkeiten, für die wir allerdings die Konsequenzen zu tragen haben. Umso erhebender ist es, wenn wir bewusst Entscheidungen treffen und Wege wählen, die zur Evolution des Bewusstseins beitragen und das große Ganze in höhere Schwingungen der Liebe und Erleuchtung führen. 
 
In den vielen Inkarnationen, die wir durchlebten, haben wir unzählige Erfahrungen gemacht und tragen damit einen Rucksack von Kausalitäten bei uns, die mit dem Schicksal vieler Menschen und anderer Lebewesen verwoben sind. Im Horoskop kann man sehr schön erkennen, mit welchen Aufgaben wir uns inkarniert haben, was wir mitbringen in dieses Leben und was wir lernen möchten. Hier sind die Stellungen der sensitiven Punkte, wie absteigender und aufsteigender Mondknoten, wichtige Informanten.

Der Aszendent, das aufsteigende Zeichen zum Zeitpunkt der Geburt, gibt Hinweise auf den inneren Seelenweg, so wie die Himmelsmitte im eigenen Horoskop die Berufung und den äußeren Seelenweg anzeigt. 

Saturn wird als „Herr des Karmas” bezeichnet; seine Position im Horoskop zeigt an, wo wir im Leben ernten, was wir gesät haben. Er fordert uns auf, hierfür Verantwortung zu übernehmen. Hindernisse und Verzögerungen, die der Saturn-Energie zugeschrieben werden, fördern Wachstums- und Reifungsprozesse. Dort, wo Saturn steht, können wir mit Disziplin zur wahren Meisterschaft gelangen, seine Aktivierungen können Einweihungen in höhere Ebenen der Weisheit sein. 
 
Eine astrologische Deutung liefert keine Beschreibung des karmischen Ist-Zustandes, nach dem Motto: Du hast das und das getan und deswegen musst du jetzt dies und jenes so erfahren. Ein Horoskop sollte niemals als Entschuldigung für Verhinderung und Scheitern dienen. Es zeigt vielmehr die energetischen Anlagen, die im Rahmen der Geburtskonstellationen alle Möglichkeiten bieten, um selbstbestimmt den eigenen Lebensweg zu gehen.

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